10 Apr

Wechseljahre – nicht das Ende, sondern ein Neubeginn

Eines vorweg: die Wechseljahre sind keine Krankheit!

Einige Frauen gehen ganz unbeschwert durch diese Zeit des „Wandels“. Andere dagegen leiden unter einer Vielzahl von Beschwerden (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Herzrasen, depressive Verstimmung, Antriebsarmut …). Entscheidend dabei ist auch, wie man mit dem Thema „Wechseljahre“ umgeht.

Wechseljahresbeschwerden sind ein Phänomen unserer Zeit und Gesellschaft. Viele Frauen warten regelrecht auf Beschwerden. Es wird uns ja immer suggeriert, dass sie kommen werden und wie schlecht es uns dann geht! Dabei waren Frauen um die 50 noch nie so attraktiv und aktiv wie heute. Viele von Ihnen stehen voll im Berufsleben, oder beginnen in diesem Alter noch einmal etwas völlig neues.

Leider suggeriert uns die Werbung immer, wie wir zu sein haben: Männer um die 50 sind „im besten Alter“ und Frauen bleiben am besten für immer 39. Die Gesellschaft wünscht sich ewige Jugend und die Industrie profitiert davon. Das kann dann „Frau“ schon mal ganz schön unter Druck setzen, um „mithalten“ zu können.

Welches Alter ist „normal“ für die Wechseljahre?

Einige Fachbegriffe:

Präklimakterium – beginnt zwischen dem 38. und ca. 45. Lebensjahr. In dieser Zeit kann sich die Periode verschieben, kommt früher oder später als gewohnt. Auch die Intensität der Blutungen kann sich verändern. Eisprünge bleiben häufiger aus und oft treten Stimmungsschwankungen von einer Minute zur anderen auf.

Klimakterium – beginnt meist zwischen Ende 40 und Anfang 50 und dauert ca. 5 – 10 Jahre. Es kommt häufig zu verstärkten oder lang andauernden Blutungen und dann zum Versiegen der Monatsblutung. In dieser Zeit haben einige Frauen vermehrt mit Hitzewallungen, die durch Stress oder seelische Belastungen ausgelöst werden können, zu kämpfen.

Menopause – ist die letzte Menstruation, deren genauer Zeitpunkt erst rückwirkend festgestellt werden kann.

Postmenopause – 4 bis 6 Jahre nach der Menopause. Der hormonelle Wandel ist dann abgeschlossen.

Perimenopause – ist die Phase vor und nach der Menopause.

Verschiedene Formen der Wechseljahre

90 % aller Frauen erleben die natürliche Menopause. In der Lebensmitte stellen sich die Hormone um, die Eierstöcke stellen ihre Tätigkeit nach und nach ein. Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr verändert sich die Blutung, bis sie irgendwann ausbleibt.

Es gibt aber auch frühe (unter 40 Jahre) und sehr frühe (unter 35 Jahre) Wechseljahre. Davon sind ca. 2 – 10 % der Frauen betroffen, Tendenz steigend. Für viele Frauen sind diese frühen Wechseljahre ein Schock. Vor allem wenn noch ein Kinderwunsch besteht, kann das sehr belastend und schmerzhaft sein. Gerade junge Wechseljahre-Frauen sind dann sehr verzweifelt.

Die Ursache für diese frühen Wechseljahre sind nicht eindeutig geklärt. Diskutiert werden: Genetik, Autoimmunerkrankungen, Folgen von Schock oder Trennungen, Nebennieren-Schwäche, OP`s, Medikamente.

Wandeljahre – Zeit des Abschieds und des Neubeginns

Eine Zeit der Umstimmung beginnt. Für manche Frauen kann der Abschied der fruchtbaren Zeit sehr aufwühlend sein. Mancher Frau mit noch unerfülltem Kinderwunsch wird klar, dass dies aufgrund der hormonellen Veränderungen nicht mehr realisiert werden kann.

Häufig bemerken Frauen auch körperliche Veränderungen, die sie nicht unbedingt als erstes mit dem Einsetzen der Wechseljahre in Verbindung bringen. Manche Frauen kommen damit besser, manche schlechter klar. Oft steht die Frage im Raum: Bin ich noch begehrenswert? Die Wechseljahre sind kein Abschied von der Weiblichkeit. Diese Jahre sind der Beginn einer neuen Lebensphase, die zur schönsten überhaupt gehören kann. Wichtig sind das Verstehen und Annehmen dieser besonderen Zeit im Frauenleben. Die Wechseljahre schenken auch viel Schönes: endlich nicht mehr verhüten zu müssen, Reisen planen können ohne Rücksicht auf die Menstruation, mehr Selbstbewusstsein, Lebensfreude und vor allem ein Seelenfrieden, der nicht mehr davon abhängt, was um uns herum geschieht.

Auch gegen Wechseljahresbeschwerden ist ein Kraut gewachsen

Schon immer haben Frauen Heilpflanzen genutzt, um sich zu behandeln. Bis heute haben sich in den Wechseljahren Teerezepturen, Urtinkturen, spagyrische Mittel, homöopathische Mittel, Bachblüten und Schüßlersalze in der Praxis bewährt.

Bei den hormonellen Dysbalancen ist es wichtig, nicht ein Hormon isoliert zu betrachten, sondern alle Hormone im Zusammenspiel. Gerade in den Wechseljahren kommt es nicht selten zu endokrinen Fehlfunktionen oder Schwächen im Bereich der Nebennieren und/oder der Schilddrüse. Die Auswertung einer Hormonspeichelprobe in einem Speziallabor gibt Auskunft über den aktuellen Hormonhaushalt.