03 Feb

KPU – eine häufige Stoffwechselstörung

Was ist KPU?

Die Kryptopyrrolurie (KPU), manchmal auch Hämopyrrollaktamurie (HPU) genannt,  ist eine häufige Stoffwechselstörung, die aber oftmals übersehen wird und zudem in Deutschland wenig bekannt ist. Obwohl sie bereits in den 1960er Jahren entdeckt wurde, ist sie heute nur selten Bestandteil der ärztlichen Diagnose.

Die KPU kann angeboren sein (primäre KPU), aber auch erst im späteren Leben erworben sein (sekundäre KPU). Sie geht mit kontinuierlichen Vitalstoffverlusten und einer Einschränkung der körpereigenen Entgiftungsfähigkeit einher. Dadurch können sich über Jahre hinweg Symptome entwickeln, die später zu manifesten Krankheiten führen. Schätzungsweise 10 % der Bevölkerung weltweit sind von KPU betroffen, ca. 9 mal so viele  Frauen wie Männer. Damit die KPU ausbricht, braucht es meist einen Auslöser, wie z.B. psych. Stress, toxische Belastungen (Umweltgifte, Medikamente), Hormonstörungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre). Auch durch ein Halswirbelsäulentrauma, welches durch einen Unfall oder div. Sportarten verursacht wird, kann eine KPU entstehen.

Was bedeutet der Begriff „Kryptopyrrolurie“?

Krypto bedeutet „versteckt, nicht sichtbar“. Pyrrole sind Stoffwechselabfallprodukte des Häms, eines körpereigenen Stoffes. Häm ist zum einen Bestandteil des Hämoglobins (des roten Blutfarbstoffes) und zum anderen spielt es auch als Komponente der Entgiftungsenzyme in der Leber eine Rolle. Urie bedeutet, dass etwas mit dem Urin ausgeschieden wird. Bei der KPU werden also nicht sichtbare Pyrrole mit dem Urin ausgeschieden.

Wie äußert sich KPU?

Jeder Mensch scheidet Pyrrole aus, Menschen mit KPU jedoch besonders viele. Vermutet wird ein Enzymdefekt in der Hämbildung. Im Normalfall werden Pyrrole an Gallensäuren gebunden und über den Darm ausgeschieden. Bei KPU-Betroffenen ist das Problem, dass die Pyrrole, wenn sie mit dem Urin ausgeschieden werden, auch lebenswichtige Vitalstoffe, wie Vitamin B6, Zink und Mangan mitnehmen. In der Folge kommt es aufgrund des massiven Vitalstoffmangels zu einer Vielzahl von Beschwerden und Symptomen, wie z. B. Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Gelenkbeschwerden, Muskelschwäche, Magen-Darm-Beschwerden, Anfälligkeit für Infekte, hormonelle Störungen, Prämenstruelles Syndrom, Unfruchtbarkeit, Schilddrüsenprobleme, Depressionen, Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, fehlende Traumerinnerung. Kinder können hyperaktiv sein. Alle Symptome verschlechtern sich meist unter Stressbelastung.

Wie wird KPU behandelt?

Oft zieht der Mangel an nur einem Vitalstoff noch weitere Mängel nach sich. Die Symptome der KPU können durch die Einnahme von Mikronährstoffen deutlich vermindert oder sogar beseitigt werden. Vitamin B6, Zink und Mangan müssen dem Körper zugeführt werden. Hier ist jedoch manchmal Geduld gefragt. Bei Kindern werden in der Regel oft rasche Verbesserungen beobachtet. Außerdem sollte die Ernährung angepasst werden und Stress weitestgehend vermieden werden.

Wie wird KPU diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt über einen einfachen Urintest, der in einem Speziallabor ausgewertet wird. Den Urintest halte ich in meiner Praxis für Sie bereit. Gerne berate ich Sie anschließend bei allen aufkommenden Fragen.

Falls Sie das Gefühl haben, eventuell von KPU betroffen zu sein, können Sie gerne vorab auf www.kpu-online.de einen Schnelltest machen, indem Sie Fragen zu Ihren Beschwerden/Symptomen beantworten.